Bezirk sagt 100.000 Euro für Steendiek zu

Die Finkenwerder Altstadt soll attraktiver werden. Seit 2006 liegt ein entsprechendes Konzept des Bezirks Hamburg-Mitte („Entwicklungspotentiale Finkenwerder“) vor, dessen Realisierung von SPD und GAL im Bezirk nun dringend angemahnt wird. Zu diesem Zweck hat die rot-grüne Koalition im Bezirk 100.000 Euro aus bezirklichen Sondermitteln zugesagt. Voraussetzung sei dabei allerdings, dass die CDU auf Landesebene endlich zu ihrem Versprechen aus der letzten Legislaturperiode stehe und eine seriöse Finanzierung des Projektes sicherstelle. Einen entsprechenden Antrag von SPD und GAL hat der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Mitte am 7. Juli beschlossen.

Hart ins Gericht geht die rot-grüne Koalition in Mitte dabei mit dem Finkenwerder CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Heiko Hecht. Seit Jahren verspreche Hecht beim Senat die nötigen Mittel zur Realisierung des Konzeptes einzuwerben und in dieser Woche wolle der CDU-Abgeordnete beim Hamburger Senat dann gerade einmal 100.000 Euro (aus dem Sonderinvestitionsprogramm) beantragen. Die Kosten des Projektes beliefen sich dabei jedoch auf über 1,5 Millionen Euro.

Der Finkenwerder SPD-Bezirksabgeordnete Ralf Neubauer (27) sagt dazu: „Hecht steht bei den Finkenwerdern seit Jahren im Wort, beim Senat die nötigen Mittel einzuwerben und verabschiedet sich nun offenbar im bevorstehenden Bundestagswahlkampf aus der Verantwortung, indem er die Summe von 100.000 Euro als großen Erfolg verkauft.“ Dabei beliefen sich allein die Kosten für eine neue Pflasterung, wie sie das Konzept vorsehe, auf knapp 1,4 Millionen Euro. Eine neue Straßenbeleuchtung sei in den Kosten noch gar nicht enthalten. „Mit 100.000 Euro ist es leider nicht getan, damit lässt sich noch nicht einmal ein Zehntel der Maßnahme umsetzen und von ein ganz klein bisschen Neugestaltung haben wir auf Finkenwerder leider gar nichts“, so Neubauer. Auch den Zorn der GAL hat sich der Ortschef der Finkenwerder CDU zugezogen: GAL-Fraktionschef Michael Osterburg (42) warf Hecht vor, „zum wiederholten Male lediglich anzukündigen und nicht Wort zu halten.“

Dem Bezirk sei es ernst mit einer zügigen Umsetzung, so Neubauer und Osterburg. „Die bezirklichen Sondermittel sind sehr begrenzt. 100.000 Euro sind für uns viel Geld und wir möchten damit auch zeigen, wie wichtig uns im Bezirk eine Neu- und Umgestaltung für eine attraktive Finkenwerder Altstadt ist“, so Neubauer. SPD und GAL im Bezirk fordern in ihrem Antrag zudem eine Anhörung und Beteiligung der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibenden.

Ralf Neubauer

Ralf Neubauer

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