Das Projekt „Klangstrolche“ fortsetzen

Musik und musikalische Frühförderung spielen eine Schlüsselrolle bei der Ausprägung wichtiger kognitiver, kreativer und sozialer Kompetenzen von Kindern. Es entstehen intensive neuronale Vernetzungen, die für die Ausbildung von sprachlichen und mathematischen Kompetenzen benötigt werden. Die Sprachkompetenz ist die entscheidende Basis für den weiteren Bildungsverlauf und das spätere Berufsleben. In der Musikgruppe lernen die Kinder zudem von klein auf entscheidende Werte wie Toleranz, Rücksichtnahme, Team- und Konzentrationsfähigkeit. Durch die Förderung und Entwicklung des kreativen Potentials und der sozialen Kompetenzen sollen die Bildungschancen der Kinder verbessert werden.

Rund 530 Kinder im Alter von sechs Wochen bis sechs Jahren nehmen derzeit in 24 Betreuungseinrichtungen regelmäßig an Musikkursen teil. Mitarbeiter der Einrichtungen und Ehrenamtliche wurden nach zwei renommierten Methoden dafür ausgebildet. In zwei Jahren wurde eine Grundversorgung mit musikalischer Frühförderung im Hamburger Osten in den beteiligten Partnereinrichtungen etabliert. Der Verbund aus verschiedenen Kooperationspartnern (wie z.B. KiTas, Hort, Elternschulen, KiFaZ) ermöglicht, dass Kinder unterschiedlicher ethnischer und sozialer Gruppen angesprochen werden. Zusätzlich werden regelmäßig Anlässe geschaffen, wie die monatlichen Klangstrolch-Konzerte, Besu-che im Klingenden Museum und die halbjährlichen Klangstrolch-Kongresse im Kulturpalast.

Der Kulturpalast steuert und koordiniert das Projekt und entwickelt Konzepte für die Partnereinrichtungen. Das Projekt wurde mit dem „INVENTIO 2007“ ausgezeichnet. Mit diesem Preis prämiert der Deutsche Musikrat und die Stiftung “100 Jahre YAMAHA” Projekte, die für die musikalische Breitenbil-dung von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zukunftsweisend und vorbildlich sind.

Mit dem Klangstrolchprojekt wird vor allem sozial benachteiligten Familien eine Chance zur Förderung ihrer Kinder gegeben. Der Bevölkerungsanteil von Familien mit ausländischer Herkunft beträgt hier rund 22 Prozent, die Arbeitslosenrate beträgt aktuell durchschnittlich 9,1 Prozent und der Anteil von Leistungsempfängern liegt bei 14 Prozent. Diese soziodemographischen Hintergründe spiegeln sich in den Kindereinrichtungen wider. Eine entsprechende Förderung der Kinder muss durch die Einrichtungen kompensiert werden.

Die Klangstrolche waren bis März 2009 über ein Folgeprogramm der Lebenswerten Stadt Hamburg finanziert und werden momentan über ein Konstrukt aus Fundraising, Spenden und einem Teil der, in der April-Bezirksversammlung beschlossenen, Erhöhungen der Zuwendungen weiterfinanziert. Jedoch besteht für das laufende Jahr noch eine Finanzierungslücke von ca. 33.000 Euro.

Vor diesem Hintergrund, möge die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließen:

1. Die BKSM wird aufgefordert, für das Jahr 2010 die vollständige Finanzierung sicherzustellen, da eine dauerhafte Finanzierung durch den Bezirk nicht erfolgen kann. Für eine dauerhafte Sicherstellung der Finanzierung ist die BKSM zuständig, nicht der Bezirk, dessen Mittel dazu nicht ausreichen.

2. Die Finanzierunglücke in Höhe von 33.000 Euro (siehe Anlage) wird für das Jahr 2009 durch die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte aus dem „Förderfonds Bezirke“ gedeckt.

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