Das Speicherstadtmuseum am jetzigen Standort belassen!
Mehr als 60.000 Besucher besichtigen das Speicherstadtmuseum in Block R am St. Annenufer 2 pro Jahr. Dieser Block ist noch weitgehend im Originalzustand von 1896 erhalten und bietet somit ein authentisches Ambiente, das für die Besucher die Vergangenheit der Speicherstadt erlebbar macht. Formal rangiert das Speicherstadtmuseum als Außenstelle des Museums der Arbeit und ist somit Teil der Stiftung Historische Museen Hamburg, wird aber seit 1995 als Private-Public-Partnership geführt. Ohne das Sponsering der HHLA, die dem Speicherstadtmuseum die beiden Böden in Block R seit 1996 mietfrei überlassen hat, könnte das Museum nicht existieren, wofür der HHLA Dank gebührt

Susanne Kielgast
Im März hat die HHLA jedoch die Räume gekündigt. Bis zum 1. September müssen die Flächen komplett geräumt sein. Begründung: Der Speicher soll gemeinsam mit dem direkt angrenzenden ehemaligen Freihafenamt, einem Nachkriegsbau von 1953, umgebaut und anschließend anderweitig genutzt werden. Die HHLA hat zwar dem Speicherstadtmuseum ein Interimsquartier im Block L, Am Sandtorkai 36, angeboten, das ebenfalls mietfrei zur Verfügung stehen soll. Das Museum muss sich dort aber räumlich stark einschränken, weil es die Hälfte seiner Fläche verliert, und deshalb auf zentrale Aspekte seiner bisherigen Ausstellung verzichten. Nach zwei Jahren soll das Museum zudem diese Fläche wiederräumen, um dann in einem anderen Teil von Block L dauerhaft untergebracht zu werden, der für Museumszwecke umgebaut werden soll. Es ist jedoch bisher nicht geklärt, wie viel Fläche dem Museum dort mietfrei zur Verfügung stehen wird und ob diese Räume weiterhin einen authentischen Charakter haben werden.
Die Speicherstadt soll 2014 Weltkulturerbe werden. Hierfür benötigt sie eine Institution wie das Speicherstadtmuseum, das in einem authentischen Ambiente weiterhin als Dokumentationszentrum für die Geschichte der Speicherstadt und ihre ursprüngliche Funktion als international führendes Handels- und Lagerzentrum dient. Die Sprecherin der Behörde für Kultur, Sport und Medien hat bestätigt, dass das Speicherstadtmuseum für die Bewerbung eine besondere Rolle spielt, “weil dort zu erleben ist, wie die Speicher ursprünglich genutzt wurden und wie dort gearbeitet wurde”. Eine Bestandsgarantie gibt die Behörde jedoch nicht.
Sowohl das Hafenmuseum als auch das Speicherstadtmuseum haben für die Hamburger Museumslandschaft Alleinstellungsmerkmale und sind daher von besonderer Bedeutung. Im Hinblick auf die Bewerbung der Speicherstadt als Weltkulturerbe spielt das Speicherstadtmuseum zudem eine herausragende Rolle
Die Bezirksversammlung möge daher beschließen:
1. Die Bezirksversammlung unterstützt den Wunsch der Betreiber, wieder mietfrei auf mindestens zwei Böden in einem authentisch erhaltenen Speicher zurückzukehren.
2. Die Bezirksversammlung fordert die Senatorin für Kultur, Sport und Medien auf, sich dafür einzusetzen und diesbezüglich mit der HHLA und ihrem Aufsichtsrat Verhandlungen aufzunehmen.
3. Die Behörde für Kultur, Sport und Medien wird aufgefordert im Ausschuss für Haushalt, Kultur und regionale Wirtschaftsförderung dazu Stellung zu nehmen, welche Auswirkungen eine Aufgabe des Standortes und die Beeinträchtigung des bisherigen Konzeptes des Speicherstadtmuseums auf die Bewerbung zum Weltkulturerbe hat.
4. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten den Angesprochenen diesen Beschluss zur Kenntnis zu geben, und über etwaige Antworten zu berichten.

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