Keine Privatisierung der Sportstätten

Wie dem heutigen Abendblatt zu entnehmen ist, unternimmt der Senat erneut den Versuch der Privatisierung von Sportplätzen in den Bezirken. So wurde von der Behörde für Kultur, Sport und Medien das Unternehmen PricewaterhouseCoopers mit der Erstellung eines Gutachtens der Neustrukturierung des Sportstättenmanagements beauftragt. Ziel ist dabei, die Sportstätten aus den Bezirken zu lösen und einem zentralen Facility Management unterzuordnen und künftig Einnahmen durch die Vergabe der Sportplätze zu erzielen.

Aus Sicht der Sportvereine, des Hamburger Sportbundes und der Bezirke muss eine solche „Lösung“ abgelehnt werden, weil sie dazu führt, den Breitensport in Hamburg massiv zu schwächen. Offenbar ist die Vergabe des Gutachtens eine Reaktion darauf, dass der erste Versuch der Privatisierung geschei-tert ist.

Es kann aber nicht darum gehen, mit immer neuen Versuchen das Ziel zu erreichen, sondern das Ziel der Privatisierung der Sportplätze muss aufgegeben werden. Sportvereinen müssen Plätze und Hallen weiter unentgeltlich zur Verfügung stehen.

Bisher wurden die Bezirke noch nicht offiziell beteiligt. Dies ist umso bedauerlicher, weil der Sport-staatsrat zugleich der Bezirkstaatsrat ist. Diese Doppelfunktion macht es erst recht erforderlich, die Bezirke einzubeziehen.

Dies vorausgeschickt, möge die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließen:

1. Die Bezirksversammlung lehnt eine Privatisierung der Sportstätten (Sportplätze und Hallen) ab. Die Sportstätten müssen auch künftig den Vereinen unentgeltlich zur Verfügung stehen, da dies eine wesentliche Voraussetzung für den Breitensport in Hamburg ist.

2. Es muss in jedem Fall sichergestellt werden, dass
- das Prinzip der Zuordnung aller Durchführungsaufgaben bei den Bezirken verbleibt
- die Ziele und Prinzipien der Verwaltungsreform nicht angetastet werden
- die inhaltlich gewollte und begründete Zuordnung des Sports zum Sozialraummanagement ga-rantiert wird
- die Bedeutung des Sportstättenmanagements vor dem Hintergrund der Schulreform, der Ein-richtung von Bildungskonferenzen und Bildungsregionen vor Ort, der Dezentralisierung der Schulaufsicht, der angestrebten Kooperationen von Schule mit organisierten Sport und sonsti-ger bezirklicher Infrastruktur stattfindet
- die intensiven Arbeitsprozesse zur „Integrierten Stadtteilentwicklung“ und die Ziele dieser Pro-zesse akzeptiert und im Verfahren respektiert werden
- die Stellungnahme des Hamburger Sportbundes und die Betonung der Beibehaltung des Sta-tus Quo bei der derzeitigen Zuständigkeit der Bezirke als Ansprechpartner, Koordinatoren und Moderatoren vor Ort umgesetzt werden

3. Die Bezirksversammlung ist vom Bezirksstaatsrat ab sofort einzubeziehen.

Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!