14. Oktober 2016

SPD und Grüne fördern

Gesundheitszentrum auf der Veddel

Auf der gestrigen Bezirksversammlung wurde der Antrag der Fraktionen von SPD und GRÜNE angenommen, das Projekt Poliklinik auf der Veddel des Vereins „Gruppe für Stadtteilgesundheit und Verhältnisprävention e.V.“ mit bezirklichen Sondermittel von bis zu 20.000 EUR zu unterstützen. Mit der Poliklinik soll ein Stadtteilgesundheitszentrum geschaffen werden, welches mit seinen verschiedenen Angeboten den Bedürfnissen und Problemen der Menschen im Stadtteil begegnet.

Der Verein „Gruppe für Stadtteilgesundheit und Verhältnisprävention e.V.“, der von einer Gruppe Ärzt*innen, Anwält*innen, Medienfachleuten und anderen gegründet wurde, engagiert sich bereits für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bewohner*innen auf der Veddel. Der Stadtteil weist aufgrund seiner sozioökonomischen Struktur und des dadurch bedingten Wegzugs von Ärzt*innen schon länger eine medizinische Unterversorgung auf. Auch die letzte verbleibende Apotheke schloss im vergangenen Jahr. Statistiken zeigen, dass die Morbiditätsrate in Stadtteilen mit niedrigen Einkommen wie der Veddel über dem Hamburger Durchschnitt liegt. Ein Grund hierfür kann der Mangel an Arztpraxen im Stadtteil sein – um eine*n Haus- oder Fachärzt*in zu erreichen, müssen viele Menschen den Weg in einen anderen Stadtteil auf sich nehmen. Dies stellt, gerade bei Krankheit, eine Hürde dar. 

Die neue Poliklinik wird zunächst mit der Schaffung einer hausärztlichen Praxis die Versorgungslage auf der Veddel verbessern. Doch auch weitere Beratungs- und Informationsmöglichkeiten zu medizinischen, sozialen und rechtlichen Themen sollen in der Klinik angeboten werden. Ziel des Vereins ist es, die Gesundheit im Stadtteil interdisziplinär, individuell und kollektiv zu betrachten und zu fördern. Die Poliklinik soll noch in diesem Jahr eröffnet werden, aktuell laufen die Umbauarbeiten in der ehemaligen Polizeikaserne in der Straße Am Zollhafen.

Das Projekt Poliklinik Veddel wird als Pilotprojekt betrachtet und soll fortlaufend durch Bedarfserhebungen seine Angebote entsprechend anpassen können. Durch die wissenschaftliche Begleitung soll es möglich sein, Erkenntnisse aus dem Projekte auf Gesundheitszentren an anderen Orten zu übertragen.

Klaus Lübke, SPD-Bezirksabgeordneter für die Veddel: „Das die Poliklinik die Versorgungslücke auf der Veddel schließt ist wunderbar, wir haben wir den ungewöhnlichen Ansatz des Vereines von Beginn an unterstützt“

 

Dr. Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Einrichtungen wie die Poliklinik sind vorbildlich für das soziale Engagement. Zukünftig müssen wir sehen, dass wir ähnliches auch in anderen Stadtteilen wie Billstedt, Horn und Wilhelmsburg erreichen können.“