15. Dezember 2016

Das rote Hamburg schützen

Backsteinverordnung beschlossen

Im Stadtplanungsausschuss Hamburg-Mitte wurde am 14.12.2016 die erste von insgesamt drei städtebaulichen Erhaltensverordnungen mit Gestaltungsfestsetzungen (sog. Backsteinverordnung) beschlossen. Das Gebiet umfasst das „Obere Borgfelde“ zwischen Bahntrasse und Bürgerweide. Im nächsten Ausschuss werden die Gebiete Hamm und Horn unter den Schutz der Backsteinverordnung gestellt.

Ziel der Backsteinverordnung ist es, den typischen Charakter der Hamburger Rotklinkerviertel zu erhalten und qualitativ weiterzuentwickeln.  Die Quartiere Borgfelde, Hamm und Horn sind einem erheblichen Veränderungsdruck ausgesetzt. Gerade gedämmte Backsteinwohnungsbauten tragen zum Verlust des ortsbildprägenden Charakters bei.   

Die Backsteinverordnung ermöglicht, negative städtebauliche Veränderungen einzudämmen. Dabei besteht aber stets die Möglichkeit den Einzelfall zu prüfen und Ausnahmen zu ermöglichen. Somit ist gewährleistet, dass sich die Quartiere auch weiterentwickeln können und nicht in einen Dornröschenschlaf verfallen.

Dazu Tobias Piekatz, Stadtplanungspolitischer Sprecher: „Mit der Backsteinverordnung  haben wir in den Gebieten endlich bei Abriss und Fassadengestaltung einen Fuß in der Tür. Es geht nicht darum, den Bauherren Steine in den Weg zu legen, sondern mit Ihnen gemeinsam gute Lösungen für die Quartiere zu entwickeln.“

Yannick Regh, baupolitischer Sprecher Hamm/Horn/Borgfelde/Rothenburgsort ergänzt: „Niemand war mit den pastellfarbenen Wärmedämmverbundfassaden zufrieden. Jetzt können wir ein Stück Hamburger Architekturgeschichte bewahren. Wir werden dies mit dem nötigen Augenmaß machen und sinnvolle Veränderungen zulassen.“