Privatisierung der Sportplätze ist gescheitert

Durch eine Entscheidung des Senats durch Verwaltung und die Pflege der Sportplätze auf die Vereine zu übertragen, ist eine Situation entstanden, die in der Praxis nicht tragfähig ist. Zum einen sind nur sehr wenige Plätze überhaupt von Vereinen übernommen worden. Zum anderen ist die vernünftige Pflege nicht gewährleistet. Beides zusammen ist immer wieder ein Streitpunkt zwischen Verwaltung und Vereinen.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Teils sind die Vereine, insbesondere kleine Vereine, nicht in der Lage den Aufgaben gerecht zu werden, da sie über keine hauptamtlichen Kräfte verfügen, die die Pflege der Plätze sicherstellen könnten. Teils fehlt es an qualifiziertem und verantwortlichem Personal, das unter den gegebenen Bedingungen bereit wäre diese Aufgabe zu übernehmen. Auch dann sind die Vereine häufig nicht in der Lage, ihre Aufsichtpflicht bzw. ihre Verantwortung gegenüber den Mitar-beiter gerecht zu werden.

Die Bezirksämter können freiwerdende Platzwart-Stellen aufgrund der Privatisierungspolitik nicht mehr besetzen. In der Folge kommt es auf vielen Plätzen zu einer Verwahrlosung, die den Spielbetrieb auf den Sportplätzen einschränkt oder ganz gefährdet.

Zwei Hamburger Bezirke sollen mittlerweile damit begonnen haben, die Platzwartstellen wieder zu besetzen und in bezirklicher Regie wieder zum alten Zustand zukehren, damit der Spielbetrieb gesi-chert werden kann. Obwohl das gegen die Anweisungen des Senats verstößt ist es tatsächlich und vernünftigerweise der einzige Weg, einer Verwahrlosung entgegen zu wirken und die Bespielbarkeit der Plätze sicherzustellen.

Der Senat muss einsehen, dass die Privatisierungspolitik für die Sportplätze gescheitert ist und die entsprechenden Beschlüsse aufheben. Den Bezirken müssen die Stellen und die Mittel wieder zur Verfügung gestellt werden, damit – wie vor den Sparbeschlüssen – bezirkliche Platzwarte für die Be-spielbarkeit der Sportplätze sorgen.

Für eine Stadt, die für sich in Anspruch nimmt, Sportstadt zu sein, muss es selbstverständlich sein, die Pflege der Sportplätze in öffentlicher Regie zu garantieren. Wer den Spitzensport will, muss den Brei-tensport als Basis des Spitzensports fördern. Dies ist nur unter Sicherstellung der Voraussetzungen, wie der Bespielbarkeit der Sportplätze, zu garantieren.

Deshalb hat die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte am 26. März 2009 beschlossen:

1. Der Senat wird aufgefordert, seine Beschlüsse zur Privatisierung der Sportplätze unverzüglich zurück zu nehmen.

2. Es muss sichergestellt werden, dass die Bezirke die notwendigen Stellen erhalten, Platzwarte für die Pflege der Plätze einzustellen. Die erforderlichen Stellen sind mit finanziellen Ressour-cen durch die Fachbehörde auszustatten.

3. Das Bezirksamt wird aufgefordert, dem SKS-Ausschuss die Situation auf den einzelnen Sport-plätzen darzulegen, sowie über die Dramatik und die Konsequenzen der Privatisierungspolitik in Bezug auf Sportplätze in Mitte zu informieren.

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