23. Oktober 2015

Zelte in der zentralen Erstaufnahme

durch Holzhäuser ersetzt

Am Mittwoch, den 21.10.2015 begannen die Bauarbeiten und schon am Freitag können die ersten Zeltbewohner in geheizte und winterfeste Holzhütten einziehen. Wenn laut Wetterbericht Ende Oktober der nächste Frost kommt, sollen alle 60 Zelte in der Wilhelmsburger zentralen Erstaufnahme (ZEA) durch Holzhäuser ersetzt sein. 

Montag starteten die Arbeiten an den Fundamenten, Mittwoch begann der Aufbau der Holzhäuser und schon am heutigen Freitag können die ersten Zeltbewohner in die Holzhütten einziehen. Bis zu 16 Personen haben Platz in einer der  27 qm großen Hütten. Die gut isolierten Häuser haben Fenster, Türen, Heizung, Licht und Steckdosen. Zug um Zug werden die geräumten Zelte abgebaut, um weiteren Häusern Platz zu machen. Ein Teil der Bewohner wird in Gebäuden im Albert-Einstein-Ring und in Bergedorf zwischenquartiert. Andere warten vor Ort im Zelt auf ihren Umzug ins Holzhaus. Die ZEA Dratelnstraße II ist in Hamburg die erste Einrichtung, in der die einfachen Katastrophenschutzzelte durch winterfeste Holzhäuser ersetzt werden. 

Falko Droßmann (41), Vorsitzender der SPD Bezirksfraktion Hamburg-Mitte dazu: „Ich bin sehr erleichtert und froh, dass die Bauarbeiten für die Holzhäuser begonnen haben. Die Bewohner freuen sich sehr auf den Umzug vom Zelt ins Holzhaus.  Viele Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger waren in großer Sorge um die Menschen in den Zelten. Nun wird durch die Unterbringung in Holzhäusern ein wichtiger Schritt vollzogen“

Als wir im Oktober die ersten Nächte mit Bodenfrost erlebten, waren in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in der Dratelnstraße in Wilhelmsburg rund 1.000 Männer, Frauen und Kinder in 60 Zelten untergebracht. Nur 15 Zelte hatten eine Standheizung und in 18 weiteren Zelten standen kleine Behelfsheizgeräte. Allerdings waren die Zelte nicht isoliert, so dass es trotz Heizung nicht richtig warm wurde. Handwerker waren hektisch dabei, Heizgeräte anzuschließen. Bei den unbeheizten Zelten mussten sie aber erst einmal Stromleitungen legen, um die Heizungen überhaupt anschließen zu können. In den unbeheizten Zelten wurden laufend frische Decken verteilt - sobald sie zur Verfügung standen (Spenden etc.) - da sie bei Regenwetter schnell klamm und feucht wurden. Einige Zelte waren undicht, zum abdichten wurden Planen angebracht.

In den Zelten war es eiskalt und feucht. Besonders die Kinder litten darunter. Viele waren bereits krank. In der Enge verbreiten sich Infektionen schnell und ungebremst. Die geschwächten und frierenden Menschen sind besonders anfällig für Krankheiten. Sie hatten unter diesen Umständen kaum eine Chance auf Genesung. So kann aus einer Erkältung schnell eine Superinfektion mit Bronchitis und Lungenentzündung werden.

Kesbana Klein (51) machte sich stellvertretend für die SPD Fraktion ein Bild vor Ort: „Dieser unhaltbare Zustand in den ungeheizten Zelten war eine direkte Gefahr für Leib und Leben der Menschen. Sie mussten sofort raus aus der Kälte und in winterfeste und beheizte Unterkünfte gebracht werden.  Wir schrieben noch am gleichen Tag einen Eilantrag, den die SPD Fraktion Hamburg Mitte zwei Tage später in die Bezirksversammlung einbrachte.“

Die Bezirksversammlung Hamburg Mitte beschloss am 15.10.15 einstimmig, dass die Unterbringung von geflüchteten Menschen in ungeheizten und nicht winterfesten Zelten  in Hamburg in der jetzigen kalten Jahreszeit unzumutbar und sofort zu beenden ist. Der Bezirksamtsleiter sollte sich dafür einsetzen, dass die Menschen in der ZEA Dratelnstraße II sofort aus den einfachen Katastrophenschutzzelten in winterfeste, beheizte Unterkünfte gebracht werden. Außerdem sollten die bereits erkrankten Zeltbewohner in der ZEA Dratelnstraße II ärztlich betreut werden und die einfachen Katastrophenschutzzelte so schnell wie möglich durch beheizte, winterfeste Unterkünfte mit ausreichenden sanitären Anlagen ersetzt werden.

Bei der Vorstellung des Antrags in der Bezirksversammlung konnte Kesbana Klein schon von konkreten Ergebnissen berichten.  „Wenige Stunden vor der Bezirksversammlung versicherte mir der Staatsrat der Innenbehörde, Herr Krösser, in einem persönlichen Gespräch, dass in der ZEA Dratelnstraße II der geplante Ersatz der Zelte durch winterfeste beheizte Holzhäuser vorgezogen wird. Bereits in der folgenden Woche sollten die ersten Häuser aufgestellt werden. Ende Oktober sollen alle 60 Zelte durch die Holzhäuser ersetzt sein,“ zeigt Kesbana Klein sich erfreut.

 

Kontakt:

Kesbana Klein: 015150849661